Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

Seiten

Datum
Titel
Name
Fr. 04.12.15
Lied von einer besseren Welt
KDA (Kirchlicher Die…
Lied von einer besseren Welt

Worum geht es Weihnachten? Um die Geburt eines besonderen Kindes, das die Welt zum Guten ändert. Ist das nicht Träumerei? Gerade die schrecklichen Ereignisse in Paris haben uns die Fragen wieder sehr nahe vor Augen geführt: Wird sich die Welt je zum Besseren verändern? Welche Kraft hat die christliche Botschaft? Wie steht es mit dem Lied, das die junge Maria noch vor der Geburt Jesu anstimmt?

 

„Gewaltiges hat Gott vollbracht mit seinem Arm, zerstreut hat er, die hochmütig sind in ihrem Herzen, Mächtige hat er vom Thron gestürzt und Niedrige erhöht, Hungrige hat er gesättigt mit Gutem und Reiche leer weggeschickt.“ (Lukas 1, 51-53)

 

Zu direkt? Manch eine/r mag sich so ein machtvolles Eingreifen Gottes auch heute noch wünschen, damit Terroristen von ihren Taten abgehalten werden, damit Verantwortliche in Politik und Wirtschaft alles tun, damit Hungrige satt werden. Aber so einfach ist das nicht (mehr). Unsere Welt ist sehr komplex geworden. Ein einseitiges direktes machtvolles Eingreifen läuft Gefahr, ein Schaden für andere zu sein.

 

Symbolische Deutung Was bedeutet dieser eigentlich gar nicht in unsere übliche Weihnachtsstimmung passende Text heute? Man kann das Lied der engagierten Teenagerin symbolisch verstehen: Wer vor Gott hochmütig ist und nur auf seine eigenen Qualitäten vertraut, wird von seinem „inneren Thron“ geholt. Und: Wer spirituell auf der Suche bleibt, wer nach Sinn hungert, der wird gesättigt und erlebt bei Jesus ein Festmahl. Das ist richtig, erfasst aber nicht das Ganze.

 

Soziale Deutung Der Hymnus bezieht sich zugleich auf das äußere Leben. Ich weiß nicht, ob Maria an zurückgetretene Bankvorstände oder Fußballfunktionäre gedacht hätte. Jedenfalls ist das Lied eine Erinnerung an alle, denen Macht und Kapital anvertraut sind – dass sie demütig bleiben vor Gott und den Menschen. Dass sie das Gute befördern und integer handeln. Dass sie sich Räume suchen, um sich darauf zu besinnen, wem sie mit dem anvertrauten Einfluss und Geld dienen wollen. Sei es in Unternehmen, Gewerkschaften, Kirchen oder Parlamenten. Für Benachteiligte ist Marias Lied ein Mutmacher: Bei diesem Gott treten Außenseiter in die Mitte, Verachtete erhalten viele „Likes“, Arme befreien sich aus der Sozialhilfe und „Loser“ steigen auf. Mitten in das damals von Rom besetzte Israel singt Maria - fast trotzig und voller Zuversicht - von der Sehnsucht nach einer besseren Welt. In Vielem kann man diese schon heute erleben; in Fülle erst in einem neuen Zeitalter. Dass Maria den Mund so voll nimmt, hilft weiter: So bleibt unsere Sehnsucht nach dem guten Leben stark.

 

Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung zu dieser Wortmeldung an kda@kirchliche-dienste.de

V.i.S.d.P.: Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt

Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

Archivstraße 3, 30169 Hannover Fon: 0511 1241-449

Autor: Pastor Stephan Eimterbäumer Referent, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt, Region Niedersachsen Süd eimterbaeumer@kirchliche-dienste.de

Dezember 2015 WORTMELDUNG

KONTAKT

KDA (Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt)

Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Archivstraße 3
30169
Hannover
Tel.: 
(0511) 1241-449
So. 22.11.15
„Pray for Paris“ – „Betet für Paris“
Haike Gleede
„Pray for Paris“ – „Betet für Paris“

„Pray for Paris“ – „Betet für Paris“ – nur Stunden nach den grausamen Anschlägen in Paris am Abend des 13. November geht dieser Aufruf durch die Medien. „Betet für Paris“ – weltweit tun das tausende Menschen verschiedener Herkunft und Religion. Die Wahrzeichen vieler Städte erstrahlen in den Farben der französischen Flagge, ein Meer von Blumen und Lichtern in vielen Städten der Welt zeigen die Anteilnahme der Menschen. Das, was da geschehen ist, ist schockierend. Junge Männer sprengen sich selbst in die Luft und reißen andere mit in den Tod.

Solche skrupellosen und unmenschlichen Taten erschüttern uns. Trauer und Angst ergreifen die Herzen. Gehört der Terror zu den Lebens Risiken des 21. Jahrhunderts, wie der Präsident des EU-Parlamentes, Martin Schulz kürzlich in einer Fernsehsendung sagte?

Und auch die Frage nach den Schuldigen wird bald gestellt. Die Terroranschläge in Paris schüren die Vorurteile gegen die Flüchtlinge. Sind diese Terroristen womöglich mit den Flüchtlingsströmen nach Europa kommen? Angst macht hart und ungerecht.

Was können wir tun? Uns abschotten und möglichst nicht mehr das Haus verlassen? Mir gefällt die Haltung der Franzosen, die sich nicht einschüchtern lassen. Sie lassen sich ihre Lebensart und ihren Freigeist nicht nehmen. Im Moment steht natürlich die Trauer im Vordergrund und die Frage: Was können wir tun um so etwas in Zukunft zu vermeiden? Ich denke, Kerzen und Blumen sind eine gute Möglichkeit, Betroffenheit und Solidarität auszudrücken. Gebete und Gemeinschaft sind ein wirkungsvolles Mittel gegen Gewalt und Grausamkeit. Menschen in aller Welt und aller Religionen trauern mit Frankreich und rücken näher zusammen. Für mich ist das ein starkes Zeichen.

Heute feiern wir in unseren Kirchen den Ewigkeitssonntag – wir gedenken der Verstorbenen des vergangenen Jahres und zünden Lichter für sie an. Es sind Hoffnungslichter, die Trost und Kraft schenken. Und wir denken dabei auch an die Opfer des Terroranschlages in Paris und schließen sie in unsere Gebete ein.

Pastorin Haike Gleede

KONTAKT

Haike Gleede

Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Haike
Gleede
Pastorin
Kirchstraße 6
27367
Horstedt
Tel.: 
(04288) 320
Do. 19.11.15
Wochenspruch Sonntag, 15.11.2015 bis…
Wochenspruch
Wochenspruch Sonntag, 15.11.2015 bis Samstag, 21.11.2015

Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi. (2. Korinther 5, 10a)

Feiertag
Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres
Erklärung
Der vorletzte Sonntag im Kirchenjahr befasst sich mit dem Weltgericht, wie es vielfach im Neuen Testament angekündigt. Viele Menschen unterliegen der Gefahr, das Kommen des Weltgerichtes in den Zeichen dieser Zeit zu sehen: in Verwüstungen, Naturkatastrophen, Kriegen usw. Dabei machen sie sich zu Beobachtern, obgleich sie doch selbst Betroffene sein müssten. Unser Glaube lehrt uns, dass Gott barmherzig und gnädig ist und dem vergibt, der sich ihm in Vertrauen zuwendet.

Thema
Weltgericht

Luthers Wochensprüche
Wer etwas besitzt, muss dessen Herr bleiben und darf nicht dessen Knecht werden.

Matthäus 25,31-46
31 Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, 32 und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, 33 und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. 34 Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! 35 Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. 36 Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen. 37 Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? 38 Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen, oder nackt und haben dich gekleidet? 39 Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? 40 Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. 41 Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! 42 Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. 43 Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin krank und im Gefängnis gewesen und ihr habt mich nicht besucht. 44 Dann werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient? 45 Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. 46 Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben.

KONTAKT

Wochenspruch

Übernommen aus dem Kalenderblatt der internetseite der Landeskirche Hannover.
Mo. 16.11.15
„Wir haben ihn lieb, so wie er ist!“
Roger Moch
„Wir haben ihn lieb, so wie er ist!“

Am 14. November jährt sich der Geburtstag von Astrid Lindgren zum 108. Mal. Generationen sind mit ihren Büchern groß geworden. Mit Pippi, Ronja, Michel... Mich hat schon sehr früh Pippis Stärke beeindruckt und Michels verschmitzter Einfallsreichtum. Ihr freudiger Umgang mit unterschiedlichen Menschen und die Zuwendung zu ihnen faszinieren mich noch heute. Über Astrid Lindgrens Verhältnis zur Kirche ist immer mal wieder spekuliert worden. Sie soll ein zurückhaltendes Verhältnis zur schwedischen Amtskirche gehabt haben. In ihren Kinderbüchern finden sich trotzdem viele christliche Bilder, religiöse Anfragen und Bibelworte

Ihren Gottesglauben beschreibt sie so: „Geht alles gut, mache ich mir keine Gedanken darüber.“ Und an anderer Stelle sagt sie: „Ich denke an Gott, wenn ich ihn dringend brauche.“ Von der schwedischen Staatskirche sei sie abgeschreckt worden, vor allem wegen der Unbarmherzigkeit einiger Pfarrer, die sie erlebt hat. Dennoch war ihr Menschenbild zutiefst christlich geprägt. So findet sich die Speisungsgeschichte Jesu auch bei „Michel aus Lönneberga“: Als Michel sah, dass die Armenhäusler von Katthult nichts von den traditionellen Weihnachtsgaben abbekommen hatten, lud er sie kurzerhand auf den Hof ein. Seine Eltern waren nicht zu Hause und so verteilte Michel die Vorräte, die eigentlich für den Weihnachtsbesuch am nächsten Tag bestimmt waren. „Die sind schon dick genug“, sagte er, als Schwester Klein-Ida Einwände erhob.

Eines der typischen Lindgren-Themen sei der Schaden und Nutzen von Macht, wird ihr nachgesagt. Die starke und selbstbewusste Pippi Langstrumpf zeigt, wie Macht für Gutes genutzt werden kann. „Ronja Räubertochter“ gibt ein Beispiel, wie Feindschaft zwischen Gruppen überwunden werden kann. In Büchern wie „Mio, mein Mio“ oder „Brüder Löwenherz“ ist der Tod Thema und im Märchen „Sonnenau“ das biblische Paradies. Ich finde es gut, dass den Kindern hier keine heile Welt vorgetäuscht wird. Astrid Lindgren hat in diesen Werken versucht, Kindern die Angst vor dem Tod zu nehmen.

Das Menschenbild der Schriftstellerin wird z.B. in einer Geschichte sichtbar, in der Michels Mutter von den Bewohnern von Lönneberga Geld bekommt, damit sie ihren wilden, lümmelhaften Lausbuben nach Amerika verkaufen kann. Doch Michels Mutter wirft ihnen das Geld vor die Füße: „Wir haben ihn lieb, so wie er ist!“

KONTAKT

Roger Moch

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Schulpastor/-innen
Weltanschauungsfragen
Roger
Moch
Schulpastor
Stühkamp 20
27386
Westerwalsede
Tel.: 
(04269) 1899
So. 21.09.14
Prüft alles und behaltet das Gute
Haike Gleede
Prüft alles und behaltet das Gute

Liebe Gemeinde!

Manchmal bin ich ganz schön vergesslich. Geht Ihnen das auch so?

Ich vergesse etwas beim Einkaufen oder eine Information weiterzugeben oder einen Termin. Manchmal fallen mir Namen nicht ein oder ich vergesse einen Geburtstag.

Tricks gegen das Vergessen: Aufschreiben, Kalender führen, Planen, Gedächtnistraining.

Menschen sind einfach vergesslich. Sie vergessen mehr als sie behalten können.

Aber es gibt auch Ereignisse, die vergessen wir nie: Geburt/Unfall/Tod. Es gibt traumatische Erlebnisse, die sich tief in die Seele graben und Menschen ein Leben lang begleiten. (große Dinge – kleine Dinge)

Es gibt Verletzungen, die nagen jahrelang an uns. Manchmal wissen wir gar nicht mehr, was genau uns eigentlich so tief getroffen hat. Aber der Schmerz bleibt.

Was hilft dagegen?

„Das Gute behalten und das Schwere und Schmerzhafte vergessen.“ Das wird oft gesagt als Lebensstrategie. Wenn das so einfach wäre– das Gute zu behalten und das Schwere nicht als Last mitzuschleppen. Was kann die Seele reinigen? Ein Gebet:

Ps 103: Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er Dir Gutes getan hat.“

Nicht umsonst ist das einer der beliebtesten Psalmen in der Bibel.

Manchmal vergessen die Menschen, wem sie ihr Heil zu verdanken haben, sie nehmen das Gute gar nicht wahr.

Neun von zehn Geheilten sind nicht zurückgekommen, um sich bei Jesus zu bedanken.

Nur einer hielt es für nötig, seinem Retter zu danken. Die anderen haben ihre Genesung als selbstverständlich hingenommen. Geheilt waren sie – das hat ihnen auch niemand genommen.

Ps 103: Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er Dir Gutes getan hat.“

Für mich steht dahinter die Frage: Was will ich in meinem Herzen tragen, was soll mein Leben bestimmen. Welche Grundstimmung begleitet mich?

In seinem Brief an die Gemeinde in Thessaloniki ermutigt Paulus die Gemeindeglieder, das Gute zu fördern und das Böse zu überwinden.

In der makedonischen Hafenstadt Thessaloniki predigte Paulus vor einer bunt zusammengewürfelten Bevölkerung, die von unterschiedlicher ethnischer und religiöser Herkunft waren. Es sammelte sich eine bunt gemischte Schar von Handwerkern, Kaufleuten und Kunsthandwerkern, von Einheimischen und Zugezogenen, die sich zu Jesus Christus bekannten. Die von ihm gegründete junge Christengemeinde war trotz der verschiedenartigen Zusammensetzung eine der beständigsten und treuesten.

Mit dieser Gemeinde stand der Apostel in engem Kontakt. Zwei Briefe an die Thessalonicher sind uns in der Bibel überliefert. Sie gelten mit als die ältesten Bücher des NT.

Am Ende dieses Briefes gibt Paulus den Menschen Hinweise, wie sie das Gute in der Gemeinde fördern können und Konflikte vermeiden bzw. überwinden.

Brüder und Schwestern, wir bitten euch:

Erkennt die an, die sich für euch abmühen und in der Gemeinde des Herrn Verantwortung übernehmen, um euch den rechten Weg zu zeigen.

Liebt sie wegen des Dienstes, den sie an euch tun, und begegnet ihnen mit größter Achtung.

Dass die Gemeindeglieder sich wertschätzend und mit Achtung begegnen – darauf legt Paulus großen wert. Wer sich für die Gemeinde einsetzt und Verantwortung übernimmt, verdient Anerkennung. Kritik ist schnell ausgesprochen, vor allem, wenn verschiedene Auffassungen oder Vorstellungen aufeinandertreffen. Wenn Menschen mit ganz verschiedenen Lebensgeschichten und Meinungen zusammenleben.

Ermutigt die Ängstlichen.

Angst ist nie ein guter Ratgeber. Sie macht unzufrieden und drückt aufs Gemüt. Und Angst lähmt. Wer Angst hat vor Kritik oder davor etwas falsch zu machen, der tritt auf der Stelle, der kommt nicht weiter. Um Ängstliche zu ermutigen, braucht es Fingerspitzengefühl und viel Geduld. Auch das rät Paulus seinen Leuten. Ermutigt die Ängstlichen, sich in die Gemeinschaft einzubringen, fördert ihre Gaben und lasst auch sie zu Wort kommen mit ihren Ängsten.

Helft den Schwachen und habt Geduld mit allen.

Achtet darauf, dass niemand von euch Böses mit Bösem heimzahlt.

Angst und sich schwach fühlen, kann schnell in Aggression umschlagen. Ein böses Wort ist schnell gesagt, ein Streit vom Zaun gebrochen. Der Weg zur Vergebung ist dagegen lang und nicht einfach. Oft sitzen Verletzungen oder Beleidigungen tief und nagen an der Seele, manchmal jahrelang. Darum ist es gut, wenn es Menschen gibt, die darauf achten, dass Meinungen offen geäußert und fair diskutiert werden können. Nur so kann eine Gemeinde zusammenwachsen. Alles andere führt zu Spaltungen, zu Unzufriedenheit und Missgunst.

Bemüht euch vielmehr stets, das Gute zu tun, im Umgang miteinander und mit allen Menschen.

Freut euch immerzu!

Christen haben immer Grund zur Freude, weil Gott immer für sie da ist. Christen haben auch immer einen Grund zu feiern. In jedem Gottesdienst erinnern wir uns an das, was Gott uns Gutes getan hat. Und Freude strahlt aus und wirkt einladend.

Betet unablässig!

Natürlich darf das Gebet nicht fehlen. Es reinigt wie gesagt die Seele. Es ist schade, wie wenig oft einem Gebet zugetraut wird. Das Gebet hat eine große Kraft, weil es uns mit Gottes Kraft verbindet.

Dankt Gott in jeder Lebenslage! Das will Gott von euch als Menschen, die mit Jesus Christus verbunden sind.

Dankbarkeit – nicht mehr und nicht weniger erwartet Gott von uns. Denn Dankbarkeit öffnet das Herz und den Blick auf die guten, die stärkenden Dinge im Leben. Wer dankbar ist, der ist auch reich.

„Prüft alles und behaltet das Gute.“, schreibt Paulus am Ende seines Briefs. Damit nimmt er die Worte des Psalmgebetes auf:

Ps 103:“ Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er Dir Gutes getan hat.“

Das wünsche ich uns: dass wir einstimmen können in diesen Lobgesang, weil wir Gottes Liebe in unserem Leben spüren und uns das mit Dank und Freude erfüllt. Amen.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.

 

 Was du mir sagst, das vergesse ich. Was du mir zeigst, daran erinnere ich mich. Was du mich tun lässt, das verstehe ich.

Wir Menschen sind so beschaffen, daß wir uns mehr der Beleidigungen erinnern, die uns zugefügt wurden, als der guten Taten, die wird empfangen haben.

Fernöstliche Weisheit

KONTAKT

Haike Gleede

Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Haike
Gleede
Pastorin
Kirchstraße 6
27367
Horstedt
Tel.: 
(04288) 320
So. 14.09.14
“Gott hat einen Plan mit mir”
Haike Gleede
“Gott hat einen Plan mit mir”

Liebe Gemeinde!

Propheten sind bemerkenswerte Menschen, kühn im Denken, von starkem Charakter, mutig und von außerordentlichem Weitblick. Sie begegnen uns im Alten Testament. Jeremia gehört zu den Großen. Er stammt aus einer angesehenen Priesterfamilie, lebt und wirkt die meiste Zeit in Jerusalem. Er gilt als sensibel und mitfühlend, ein feiner Charakter. Ausgerechnet er wird dazu berufen, das Volk zu ermahnen.

Zu Beginn seines Buches berichtet er von seiner Berufung:

 

Das Wort des HERRN erging an mich, er sagte zu mir:

»Noch bevor ich dich im Leib deiner Mutter entstehen ließ, hatte ich schon meinen Plan mit dir. Noch ehe du aus dem Mutterschoß kamst, hatte ich bereits die Hand auf dich gelegt. Denn zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt.«

 

Im Jahre 628 v. Chr beruft Gott Jeremia zum Propheten.

 Gott beruft nicht immer die Begabten. Aber immer begabt er die Berufenen. Ob Jeremia besonders begabt war? Er bestreitet das:

 

Ich wehrte ab:

»Ach, Herr, du mein Gott! Ich kann doch nicht reden, ich bin noch zu jung!«

 

Aus seiner Sicht ist das verständlich. Alle, die etwas zu sagen haben, sind älter. Sein Vater Hilkia zum Beispiel. Der ist Priester in Anatot. Das liegt eine Stunde zu Fuß entfernt von Jerusalem. Dort ist Hilkia eine Lokalgröße. Ihn kennt in Anatot jeder. Auf ihn hören viele. Aber auf seinen Sohn Jeremia? Der soll Predigen ? Dafür braucht man doch Wissen, Weisheit, Lebenserfahrung!  Den nimmt doch keiner ernst!

Doch Gott antwortet Jeremia:

 

Aber der HERR antwortete mir: »Sag nicht: 'Ich bin zu jung!'

Geh, wohin ich dich sende, und verkünde, was ich dir auftrage!

Hab keine Angst vor Menschen, denn ich bin bei dir und schütze dich. Das sage ich, der HERR.« Dann streckte der HERR seine Hand aus, berührte meine Lippen und sagte:

»Ich lege meine Worte in deinen Mund.“

 

Jeremia bleibt nichts anderes übrig. Er wird Prophet. Leidenschaftlich verkündet er dem Volk Gottes Worte. Keine leichte Aufgabe, denn es sind nicht gerade freundliche Worte und schöne Verheißungen. Jeremia prangert Missstände an, und richtet sich gegen die Mächtigen des Landes. Er prophezeit ihnen den Untergang und großes Unheil für das ganze Land.

Gott beruft nicht immer die Begabten. Aber immer begabt er die Berufenen. Das erfährt Jeremia. Diese Erfahrung trägt ihn durch sein Leben. Fast fünfzig Jahre wird er sein Amt als Prophet ausfüllen. Oft in schweren Zeiten. Manchmal verzweifelt Jeremia fast an seinem Auftrag. Freunde hat er nur wenige. Die meisten Leute sind ihm nicht wohlgesonnen und speilen ihm übel mit. Trotz allem folgt er seiner Bestimmung.

Mit der Zeit reifen in Jeremia Hoffnungsbilder für ein gutes Miteinander von Gott und Mensch. Er hegt die Hoffnung, dass die Welt doch noch heil werden kann, dass die Menschen sich ändern.

Er verheißt schließlich dem Haus des Königs David den einen gerechten Spross, jenen König, der Versöhnung und Heil schaffen wird. Die christliche Welt hat  diesen verheißenen König in Jesus Christus gesehen, sechshundert Jahre später lehrte und heilte er in Israel. Sein Mut, sich für den Nächsten einzusetzen, entsteht aus dem innigen Gespräch mit Gott. Er spürt in sich die Liebe, die Gott für alle Menschen hat. So ist es für ihn nur noch ein kleiner Schritt,  sich an die Seite der Menschen zu stellen, die dies noch nicht erfahren haben. Diese Liebe lebt weiter und verändert die Welt. In seiner Nachfolge lernen wir die Welt neu zu verstehen als Ort, an dem jede und jeder berufen ist, in dieser Liebe zu leben.
Franz Werfel hat einen Roman über den Propheten Jeremia geschrieben. Darin schreibt er:

 (Franz Werfel, Jeremias, Höret die Stimme)
Gott berührt Jeremias Mund!
Gott berührt deinen Mund, dein Herz.

Die Stimme des Herrn braucht den Innenraum des Menschen.
 

Gott beruft nicht immer die Begabten. Aber immer begabt er die Berufenen. Er tut es mit seinem Wort. Gott hat dein Leben von Anfang an gewollt und dich in seine Gemeinde berufen. Er braucht deinen Innenraum.

Wann betritt Gott diesen Innenraum? Wann rührt Gott uns an?– In der Taufe. Gott benetzt uns Stirn und Herz mit dem Wasser des Lebens; er legt uns die Hände auf und spricht:
"Ich bin immer bei dir. Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt."
Wir fragen: Was ist mein Platz im Leben? Was ist meine Bestimmung? Was hast du dir für mich ausgedacht, Gott, noch bevor ich das Licht der Welt erblickte?

Das herauszufinden und die kleinen wie die großen Aufträge Gottes anzunehmen, darum sind wir in der Welt.
Gottes Wege sind keine leichten Wege. Aber sie führen in die Tiefe und in die Weite. Wir können es wagen, sie zu gehen. Und über uns hinauszuwachsen.
Wir vertrauen unser Leben Gottes Verheißungen an. Wir vertrauen darauf, dass
Gott wird uns beisteht mit seiner Kraft. Wir erfahren sie, wenn wir uns ernsthaft daran machen, SEINE Aufgaben zu erfüllen.

Am Ende seiner Lebensgeschichte ist Jeremia nicht mehr zu jung, sondern alt und erfahren. Er verkündet dem Volk Israel die Zusage Gottes, dass er sie niemals im Stich läßt.  „Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.“ (Jer 31,3)

Daran knüpfen sie all ihre Hoffnung in der Zeit der Gefangenschaft und Vertreibung. Franz Werfel beendet seinen großen Roman über Jeremia mit folgenden Zeilen:

„Auf einer Anhöhe stand ein Greis.

Er hob die Arme zum Zeichen des Segens über einen Zug jammervoller Gestalten,

die mit einem kläglichen Bündelchen auf dem Rücken nach Norden in die Ferne, nach den Wassern Babylons zogen – in die Verbannung.

Dann wandte er sich gebückt ab...

Die Verheißung blieb wach – sie musste die Schwergeprüften einst wieder heimführen -, denn er selbst, der Stern aller Hoffnung, war ihr Unterpfand, er der Prophet, die Stimme Gottes, Jeremia.“ Amen.

Und er der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.

KONTAKT

Haike Gleede

Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Haike
Gleede
Pastorin
Kirchstraße 6
27367
Horstedt
Tel.: 
(04288) 320
So. 25.05.14
Unter freiem Himmel
Haike Gleede
Unter freiem Himmel

Die Sonne scheint. Einige Männer machen sich auf den Weg. Sie wollen ihren Feiertag gebührend feiern. Hinter sich her ziehen sie einen Bollerwagen mit Getränken. Es ist Vatertag.

Er hat seine Wurzeln in den USA. Präsident Richard Nixon erklärte ihn in den 70er Jahren zum offiziellen Feiertag. Begangen wird er dort am dritten Sonntag im Juni. Nur in Deutschland fällt der Vatertag auf Himmelfahrt.

Himmelfahrt ist ein wichtiges Fest im Kirchenjahr.

Am Himmelfahrtstag sammeln sich zahlreiche Besucher unter freiem Himmel. Der Posaunenchor spielt. Draußen ist ein Altar aufgebaut.

Der Gottesdienst beginnt und die Menschen lauschen auf die Worte aus der Apostelgeschichte. Sie erzählt, wie der auferstandene Jesus sich auf sehr ungewöhnliche Art und Weise von seinen Jüngern verabschiedet. Mit ihm haben seine Jünger und Jüngerinnen einiges erlebt. Er war gekreuzigt worden, doch dann stand er plötzlich leibhaftig vor ihnen. Auferstanden! Jetzt ist es sicher:

Er ist Gottes Sohn. Ehrfürchtig hören sie ihm zu. Plötzlich wird er von einer Wolke in den Himmel emporgehoben. Zum Abschied verspricht er ihnen: “Ihr werdet bald die Kraft des Geistes empfangen.“

Mit offenen Mündern stehen sie da und starren in den Himmel. Jesus ist längst verschwunden. Aber zwei weißgekleidete Gestalten stehen da und holen die Freunde zurück auf den Boden der Tatsachen. Jesus ist weg. Er wird wiederkommen- eines Tages, aber jetzt seid ihr dran.

Jesus hat sein Versprechen gehalten. Zehn Tage später werden sie von Gottes Geist erfasst. Sie werden zu Botschaftern Jesu auf dieser Welt. Hier auf der Erde haben sie ihren Auftrag zu erfüllen. Und sie gehen los und tragen Gottes Liebe und Jesu Worte und Taten in die Welt.

Es ist gut, wenn uns jemand an unseren Auftrag erinnert. Jeder Mensch hat seinen Platz und seine Aufgabe. Manchmal braucht es einen Anstoß von außen, damit wir uns aufraffen. Wer voller Begeisterung für eine Sache ist, der wird viel bewegen. Unter dem offenen Himmel und doch fest geerdet gehen wir unseren Weg. Beides ist wichtig, die Kraft des Geistes und die Lust zum Handeln.

Das wünsche ich den Vätern und Müttern, wenn sie nach den Feiertagen in ihren Alltag zurückkehren.

Das wünsche ich auch denen, die sich heute zur Wahl stellen, Männer und Frauen, die etwas bewegen wollen in ihrem Land, ihrem Kreis oder ihrer Stadt.

KONTAKT

Haike Gleede

Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Haike
Gleede
Pastorin
Kirchstraße 6
27367
Horstedt
Tel.: 
(04288) 320
Mi. 04.06.14
Der Transfer schlechthin
Jens Ubben
Der Transfer schlechthin

Am 12. Juni um 22 Uhr deutscher Zeit wird der Startschuss gegeben: 65000 Personen werden in Sao Paulo gespannt zuschauen und Millionen, vielleicht Milliarden  an den Fernsehern hängen. Wenn FIFA-Chef Sepp Blatter mit Brasiliens Chefetage das Startsignal gibt, spätestens dann ist so ziemlich vergessen, was am 3.  Spieltag in der Fußball-Bundesliga passiert ist. Spätestens dann sind manch familiäre Grundsatzdebatten vergessen, ob am Samstagabend die Sportschau das  Programm füllt. Dann nehmen auch viele sonst kaum Interessierte ein wenig wahr von der Fußball-WM in Brasilien.
Das große Turnier wird wieder zur Tummelwiese der großen Transfers werden: Die ganz großen Stars werden sich für einen noch besseren Vertrag bei einem
noch beliebteren Verein empfehlen. Manches noch ziemlich unbekannte Gesicht wird die Bühne des großen Turniers nutzen, um sich ins Rampenlicht zu spielen
und aus dem Schattendasein in ein großes Team zu wechseln. Die Transfers sollen dabei nur in eine Richtung gehen: nach oben. Ein paar Stufen aufwärts.
Alles andere ist ein Rückschritt. Oder schon ein Vorbote des Karriereendes. Ein anderer Transfer spielt sich eher still und weniger beachtet ab: Der, der eigentlich auf die ganz große Bühne gehört, der wechselt hinab in die Ebenen des menschlichen Alltags. Als Gott in der Person Jesus zu seinen Menschen kommt, bleibt es ziemlich ruhig um ihn.
Nach außen ist es der große Abstieg in die Welt der Menschen. Und trotzdem geschieht da der Transfer schlechthin für diesen Kosmos. Mit Jesus ist der neue Hoffnungsträger auf die Welt gekommen. Gott als Mensch auf dieser Welt: Das ist Gottes Idee! Er macht sich so klein, dass er verletzlich wird. Aber darin wird er nahbar für seine Menschen. Mit dem Ziel, dass Gott und seine Menschen wieder zusammenkommen können. Und dass Menschen, wenn sie wieder in Verbindung zu Gott stehen, auch ganz neu aufeinander zugehen können.
Einer steigt freiwillig ab, damit andere dazukommen können! Vielleicht denken wir mal daran, wenn wir unseren Kickern in Brasilien zuschauen.

KONTAKT

Jens Ubben

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Gemeindebrief
Pastor/-innen
Jens
Ubben
Pastor
Große Straße 16
27383
Scheeßel
Tel.: 
(04263) 4920
Mo. 02.06.14
Wo ist der Himmel?
Frank Hasselberg
Wo ist der Himmel?

Bankett im Kreml. Chruschtschow zieht Gagarin beiseite: „Hast du - ich meine - da oben - IHN gesehen?“ Der Astronaut nickt. „Habe ich mir doch gedacht!“ stöhnt der Boss. „Niemandem was sagen, verstanden?!“

Kurz darauf greift sich der Metropolit der russisch-orthodoxen Kirche den Kosmonauten. „Hast du - ich meine, als du da draußen warst - IHN, hast du IHN gesehen?“ Gagarin schüttelt den Kopf. „Habe ich es mir doch gedacht!“, seufzt der Bärtige. „Niemandem was sagen, verstanden?!“

Wo ist Gott? Jedenfalls thront er nicht auf Wolke sieben. Das ist die Gefahr des Himmelfahrtsfestes: dass wir zu sehr in die Ferne blicken. Dass wir denken: Jesus ist in den Himmel gefahren, das muss ganz weit weg sein. Irgendwo hoch oben, für uns unerreichbar. Dabei ist das Wichtige oft direkt vor unserer Nase. Gott ist nicht da, wo der Himmel ist. Sondern der Himmel ist da, wo Gott ist. Wenn wir nur in den Himmel über uns blicken, in die Ferne, dann werden wir Gott nicht finden. Wenn wir aber nach vorn blicken, wenn wir die Welt sehen, in der wir leben, die Menschen, mit denen wir zusammenleben und denen wir begegnen, dann werden wir auch Gott finden und erleben.

Dann werden wir merken: Gott ist nicht da, wo alles leer ist. Er ist auch nicht unendlich weit weg. Gott ist da, wo Menschen sind, wo wir sind. Und wo Gott ist, da ist auch ein Stück Himmel. Da ist auch ein Stück von dem, was wir uns wünschen, erträumen, erhoffen.

Das Fest Christi Himmelfahrt sagt, dass Jesus zu Gott zurückgekehrt ist. Aber das ist nur die halbe Botschaft. Die andere Hälfte besteht darin, dass er uns weiterhin nahe ist. Da er für uns da ist und in unser Leben eingreift. Wenn wir davon etwas merken, werden wir staunen!

 

KONTAKT

Frank Hasselberg

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
Schneverdinger Straße 14
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 4130
So. 01.06.14
Wochenspruch Sonntag, 01.06.2014 bis Samstag…
Wochenspruch
Wochenspruch Sonntag, 01.06.2014 bis Samstag, 07.06.2014

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, will ich alle zu mir ziehen. (Johannes 12, 32) 

 

Erklärung

Einerseits alleingelassen, andererseits die Verheißung von Hilfe: Der Sonntag Exaudi (Herr, höre mich) spiegelt die Situation unseres Christenlebens. Es ist Zwischenzeit, eine Zeit nach Ostern und Himmelfahrt in Erwartung des Pfingstfestes. Jesus ist aus dem Blickfeld seiner Freunde und Freundinnen entschwunden, ist für sie nicht mehr greifbar, aber er hat ihnen seine Kraft versprochen, den Heiligen Geist. Gott oder Jesus sind für uns Christenmenschen nicht greifbar, aber haben uns dennoch ihre Nähe und Hilfe zugesagt. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählen davon die Bibeltexte dieses Sonntags.

KONTAKT

Wochenspruch

Übernommen aus dem Kalenderblatt der internetseite der Landeskirche Hannover.
Mo. 26.05.14
Unter freiem Himmel
Haike Gleede
Unter freiem Himmel

Die Sonne scheint. Einige Männer machen sich auf den Weg. Sie wollen ihren Feiertag gebührend feiern. Hinter sich her ziehen sie einen Bollerwagen mit Getränken. Es ist Vatertag. Er hat seine Wurzeln in den USA. Präsident Richard Nixon erklärte ihn in den 70er Jahren zum offiziellen Feiertag. Begangen wird er dort am dritten Sonntag im Juni. Nur in Deutschland fällt der Vatertag auf Himmelfahrt. Himmelfahrt ist ein wichtiges Fest im Kirchenjahr.

Am Himmelfahrtstag sammeln sich zahlreiche Besucher unter freiem Himmel. Der Posaunenchor spielt. Draußen ist ein Altar aufgebaut. Der Gottesdienst beginnt und die Menschen lauschen auf die Worte aus der Apostelgeschichte. Sie erzählt, wie der auferstandene Jesus sich auf sehr ungewöhnliche Art und Weise von seinen Jüngern verabschiedet. Mit ihm haben seine Jünger und Jüngerinnen einiges erlebt. Er war gekreuzigt worden, doch dann stand er plötzlich leibhaftig vor ihnen. Auferstanden! Jetzt ist es sicher:

Er ist Gottes Sohn. Ehrfürchtig hören sie ihm zu. Plötzlich wird er von einer Wolke in den Himmel emporgehoben. Zum Abschied verspricht er ihnen: “Ihr werdet bald die Kraft des Geistes empfangen.“ Mit offenen Mündern stehen sie da und starren in den Himmel. Jesus ist längst verschwunden. Aber zwei weißgekleidete Gestalten stehen da und holen die Freunde zurück auf den Boden der Tatsachen. Jesus ist weg. Er wird wiederkommen- eines Tages, aber jetzt seid ihr dran.

Jesus hat sein Versprechen gehalten. Zehn Tage später werden sie von Gottes Geist erfasst. Sie werden zu Botschaftern Jesu auf dieser Welt. Hier auf der Erde haben sie ihren Auftrag zu erfüllen. Und sie gehen los und tragen Gottes Liebe und Jesu Worte und Taten in die Welt.

Es ist gut, wenn uns jemand an unseren Auftrag erinnert. Jeder Mensch hat seinen Platz und seine Aufgabe. Manchmal braucht es einen Anstoß von außen, damit wir uns aufraffen. Wer voller Begeisterung für eine Sache ist, der wird viel bewegen. Unter dem offenen Himmel und doch fest geerdet gehen wir unseren Weg. Beides ist wichtig, die Kraft des Geistes und die Lust zum Handeln.

Das wünsche ich den Vätern und Müttern, wenn sie nach den Feiertagen in ihren Alltag zurückkehren.

Das wünsche ich auch denen, die sich heute zur Wahl stellen, Männer und Frauen, die etwas bewegen wollen in ihrem Land, ihrem Kreis oder ihrer Stadt.

KONTAKT

Haike Gleede

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Notfallseelsorge
Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Haike
Gleede
Pastorin
Kirchstraße
27367
Horstedt
Tel.: 
(04288) 320
Fax: 
(04288) 1382
Mo. 03.03.14
Eine Bereicherung
De van Nguyen
Eine Bereicherung

„Warum sind bei euch in Deutschland die Behinderten eigentlich immer auf einen Haufen untergebracht?“ Mein Schwager Sergio aus Frankreich hat mich zum ersten Mal in Rotenburg besucht und wir hatten einen Spaziergang durch die Werke gemacht. Die üblichen Verdächtigen sind uns dabei entgegengekommen. All die Menschen aus den Werken, denen ich tagtäglich auf der Straße begegne. Sergios Mutter ist mit ihren Eltern in den 1940er Jahren vor den Nazis nach Frankreich geflohen und eine Spur Misstrauen gegenüber Deutschland hat sich in der Familie gehalten. Ich konnte ihm auf seine Frage nicht antworten. Mir ist das immer recht selbstverständlich vorgekommen.

Im Zuge der Inklusion sollen nun nach und nach Wohngruppen aus den Werken in die umliegenden Orte umziehen. Ich weiß zu wenig von den Überlegungen, die zu dieser Entscheidung geführt haben. Aber aus ganz egoistischen Gründen finde ich das schade. Ich fühle mich wohl am Rande der Werke zu wohnen. Maria mit ihrer Gitarre, Florian mit seinen Sorgen, Christian mit seiner etwas vorlauten Art und all die anderen, die nett grüßen und immer bereit für einen Schnack sind – es mag gute Gründe für eine Dezentralisierung geben, aber das, was mein Schwager kritisch beäugt hat, macht für mich ein großes Stück Lebensqualität in dieser Stadt aus. Es ist hier ein Stück entspannter als anderswo und ich bin mir sicher, das verdankt Rotenburg auch den Werken und ihren Bewohnern.

Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's auch euch wohl. Diesen Rat gibt der Prophet Jeremia. Ich muss da gar nicht lange suchen, sondern nur aus dem Fenster schauen oder die Lindenstraße entlanggehen.

Liebe Maria, lieber Florian, lieber Christian und wie ihr alle heißt: vielen Dank, dass ihr mein Leben bereichert.

KONTAKT

De van Nguyen

De
van Nguyen
Pastor i. R.
27356
Rotenburg (Wümme)
Tel.: 
(04261) 5560
Mo. 17.02.14
Kein Beinbruch
De van Nguyen
Kein Beinbruch

„Das schönste am Alter ist, dass man keine Prüfung machen muss." Diesen Satz hat meine Mutter vor vielen Jahren in einer Radioandacht gehört und seitdem bei vielen Gelegenheiten zitiert. Für mich hat dieser Satz erst eine Bedeutung nach meinem Examen bekommen. Keine Prüfungen mehr machen zu müssen. Was für eine unglaubliche Erleichterung. Keine Prüfungen mehr. Frei!

Die Zeugnisferien sind zu Ende. Ob die Zeit nötig war um erst mal durchzuatmen oder sich von einem Schrecken zu erholen, muss jeder Schüler selbst entscheiden. Jetzt geht es wieder los und „nach den Zeugnissen ist vor den Zeugnissen". Ein Hamsterrad - und die Entwicklungen in der Bildungspolitik verstärken dies nur. Früher blieb man mal sitzen. Das war doof, aber kein Beinbruch. Heute ist das mit viel mehr Zukunftsangst verbunden. Die Leistungsschrauben sind fest angezogen in unserem Schulsystem und wer nicht mitkommt ist ein Versager. Ich habe großes Mitleid mit den heutigen Schülern.

Das schönste am Alter ist, dass man keine Prüfungen mehr machen muss. Bis dahin ist dieser Satz kein Trost. Das schönste an Luthers Lehre ist, dass ich vor Gott nicht in eine Prüfungssituation komme und Angst vorm Durchfallen haben muss. Das ist mir jetzt schon Trost und nicht erst später.

Liebe Schüler, es gibt Schlimmeres als eine Fünf - vielleicht ist das jetzt schon ein Trost.

Meinen Großeltern wurde jedenfalls an jedem Zeugnistag schon aus dem Flur zugerufen: „Ist es nicht schön, dass wir alle gesund sind!"

KONTAKT

De van Nguyen

De
van Nguyen
Pastor i. R.
27356
Rotenburg (Wümme)
Tel.: 
(04261) 5560
Mo. 10.02.14
Im selben Boot
Frank Hasselberg
Im selben Boot

Kennen Sie den Film „Life of Pi“? Er lief voriges Jahr im Kino, mittlerweile gibt es ihn auch auf DVD. Auf Deutsch heiß er „Schiffbruch mit Tiger“. Ein wundervoller, ungewöhnlicher Film, der mit vier Oscars ausgezeichnet wurde. In atemberaubenden Bildern wird eine skurrile Geschichte erzählt: Es geht um eine verhängnisvolle Schiffskatastrophe, bei der die einzigen Überlebenden der Junge Pi und ein ausgewachsener Bengalischer Tiger namens Richard Parker sind. Sie treiben hilflos in einem kleinen Rettungsboot über den Pazifik, Sturm, Wellen und sengender Sonne ausgesetzt. In dieser Geschichte stoßen höchst unfreiwillig zwei ganz unterschiedliche Wesen und Charaktere aufeinander. Besonders für den Jungen ist der hungrige Tiger nicht ungefährlich. Doch mit der Zeit erkennen beide, dass sie aufeinander angewiesen sind, um zu überleben. So arrangieren sie sich mit der Situation und erreichen einen respektvollen Waffenstillstand. Für Pi wird das Erlebnis schließlich zu einer Offenbarung Gottes.

Eine seltsame, anrührende Geschichte. Fremd und doch gar nicht so weit weg. Wir lernen mühsam, dass alle Geschöpfe, so unterschiedlich sie auch sein mögen, in einem großen Zusammenhang stehen. „Erst sterben die Bienen, dann der Mensch“, wußte schon Einstein. In der Tat: Wir sitzen alle in einem Boot, ob wir wollen oder nicht. Immer wieder sind Menschen aufeinander angewiesen, die sich ihr Gegenüber nicht ausgesucht haben. Damit alle eine Zukunft haben, ist Respekt vor dem anderen wichtig. Vertrauen kann wachsen, auch wenn es Zeit braucht. Und manchmal, da werden aus Fremden sogar Freunde. Kirchengemeinden zum Beispiel sind Orte, an denen sich ganz unterschiedliche Menschen treffen und erleben, dass sie auf eine geheimnisvolle Art miteinander verbunden sind. Ein schönes neueres Lied aus unserem Gesangbuch (EG 619, Strophe 2) sagt es so: „Damit aus Fremden Freunde werden, gehst du als Bruder durch das Land, begegnest uns in allen Rassen und machst die Menschlichkeit bekannt.“

KONTAKT

Frank Hasselberg

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
Schneverdinger Straße 14
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 4130
Do. 12.12.13
Adventsfeier in Horstedt
Haike Gleede
Adventsfeier in Horstedt

„Mache dich auf und werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir!“ Jesaja 60, 1-2

 

Wir sind mitten drin in der Adventszeit. Heute ist der 12.12., und in 12 Tagen ist Weihnachten. Den halben Weg haben wir schon zurückgelegt begleitet von Liedern und Kerzenlicht, vom Duft der Kekse und dem Tannengrün. Auf halbem Weg halten wir inne, feiern Advent. Das Licht begleitet uns.

Dazu habe ich ein Wort aus dem Propheten Jesaja ausgesucht: Jes 60

„Mache dich auf und werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir!“ Jesaja 60, 1-2

Vier Impulse für den Weg gibt der Text:

1.     Impuls: Mache dich auf!

Drei kurze Worte, die das Leben verändern. Mache dich auf – das heißt da macht sich einer auf den Weg, geht aus seinen alten Gewohnheiten und wagt einen neuen Schritt. Mache dich auf, das kann auch heißen: Öffne dich! Mach deine Tür weit auf, damit Gott in dich hineinziehen kann! Maria ist diesem Ruf gefolgt. Das junge Mädchen aus Nazareth verlobt sich mit dem Zimmermann Josef. Dann erreicht sie dieser Ruf: Mache dich auf! Sie öffnet sich dem Willen Gottes. Gebärerin und Mutter Jesu wir sie. Sie lässt sich ein auf den Weg mit Gott. Sie folgt seinem Ruf. Hochschwanger macht sie sich dann mit Josef auf den Weg nach Bethlehem.

2.     Impuls: Werde licht!

„licht“ klein geschrieben ist ein Eigenschaftswort: Werde licht oder werde hell, werde durchscheinend für Gottes Liebe.

Ich habe hier so eine Lichttüte mitgebracht. Ein orange-gelber Papierbeutel. Die Farben sind erkennbar und auch die Aufschrift: werde licht. Aber er wirkt doch unscheinbar und matt.

Entzünden wir aber ein Licht und lassen diese Tüte licht werden, dann beginnt sie zu leuchten. Je dunkler es ist, um so mehr wird sie ihre Leuchtkraft entfalten.

Bei Paulus im 2. Kor heißt es:

„Denn Gott sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.“

Wir tragen also den hellen Schein von Gottes Liebe in unseren Herzen.

 

3.     Impuls: denn dein Licht kommt.

Perspektivwechsel. Manchmal droht unser Licht zu verlöschen. Dann brauchen wir neues Feuer, das uns ansteckt. Das Licht ist schon auf dem Weg. Jesus kommt. Er ist das Licht der Welt, das die Herzen anfeuert.

Dein Licht kommt – damit bin ich ganz persönlich gemeint. Jede/r von uns. Das ist eine Ermutigung nicht aufzugeben. Mit dieser Zukunft im Herzen kann ich getrost in die Zukunft gehen. So wie Maria und Josef sich auf den Weg machten nach Bethlehem. Dort gab es keinen Raum in der Herberge. Eine aussichtslose Situation, beängstigend für eine Schwangere. Aber sie verzweifelt nicht und sie fanden schließlich eine Unterkunft: in einem Stall. Dort kommt Jesus zur Welt.

 

4.     Impuls: Und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir.

Was für eine Zusage!

Am Ende eines jeden Gottesdienstes werden wir gesegnet mit den Worten: Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir.

Die Heilige Gegenwart Gottes bekommt nun das Gesicht eines Neugeborenen, das in einer Krippe liegt.

Durch dieses Kind tritt der Glanz Gottes in die Welt. Jesu Angesicht leuchtet über uns und in uns. Gottes Gegenwart, Gottes Glanz ist da, ist sichtbar in der dunklen Welt. Aber nicht da, wo die Festbeleuchtung alles überstrahlt, sondern wo es dunkel ist – da erkennen wir Gottes Licht.

Dorothee Sölle hat einmal gesagt: „Die Bewegung der Liebe geht aus dem Geheimnis Gottes durch das menschliche Herz hindurch mitten in die Welt.“

Von Maria erzählt die Bibel, dass sie die Worte der Hirten und die Botschaft der Engel in ihrem Herzen bewegte.

Und dass wünsche ich uns auch. Dass wir Gottes Wort im Herzen bewegen, dass es uns von innen her erleuchtet und uns zum Strahlen bringt. Amen.

KONTAKT

Haike Gleede

Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Haike
Gleede
Pastorin
Kirchstraße 6
27367
Horstedt
Tel.: 
(04288) 320
Do. 05.12.13
Advent, Advent, …
Astrid Gutke
Advent, Advent, …

Advent, Advent, …

… und wenn das fünfte Lichtlein brennt, dann hast du Weihnachten verpennt!

Moment, Weihnachten verpennen? Mal angenommen, wir würden das wollen, würden wir das schaffen?

Lassen Sie uns doch mal überlegen: Im September werden wir, noch die Flip Flops an den Füßen, das erste Mal liebevoll an das bevorstehende Weihnachtsfest erinnert. In den Geschäften trifft uns die Auslage mit voller Wucht. Lebkuchen, Weihnachtsmänner, Spekulatius - das volle Programm.

Im Oktober lenkt uns für eine kurze Zeit das Halloween-Fest ab. Danach geht’s mit großen Schritten voran. Es dauert nicht mehr lange und wir sind gefangen vom Weihnachtszauber. Lichterketten überall – Weihnachtsmusik aus den Lautsprechern - erste Gedanken an Geschenke, die wir besorgen wollen – an das Weihnachtsessen oder auch an die Dekoration.

Wenn ich das alles so betrachte, können wir Weihnachten gar nicht verschlafen. Aber vielleicht geht es Ihnen da ähnlich wie mir, ich möchte das auch gar nicht. Ich möchte mich auf Weihnachten freuen. Ich möchte den Advent genießen. Advent - adventus aus dem lat., eigentlich sogar adventus Domini = Ankunft des Herrn. Geburt des Herrn.

Also, warum sollen wir uns nicht Gedanken um Geschenke, Essen oder auch Dekoration machen – wir bereiten schließlich eine große Geburtstagsparty vor. Mit allem, was dazu gehört.

Hören wir in einer Geschichte von Rudolf Horn, wie Jesus wohl über seine Geburtstagsfeier denkt:

 

Miese Feier

Meine Geburtstagsfeier in diesem Jahr war ein totaler Reinfall.

Dabei hatte ich mich so darauf gefreut! Zunächst sah es so aus, als würde es ein tolles Fest geben. Schon Wochen vorher haben sich die Leute vorbereitet, Geschenke besorgt, sich fein gemacht, gebacken und geheimnisvoll mit Geschenkpapier geraschelt.

Und dann war es endlich so weit. Sie  kamen, und wie viele; die Hände voller Geschenke. Sie  klingelten an der Haustür; ich sprang in den Korridor, riss die Türe auf und dann, dann kam der Reinfall.

Sie schoben sich an mir vorbei ins festliche Zimmer; sie freuten sich, da zu sein, sie lachten und umarmten sich - aber mich beachtete keiner. Ich hatte noch nicht ganz begriffen, was da eigentlich ablief, da knallten sie die Tür ins Schloss, und ich stand draußen. Ich hörte sie dann noch lange im Haus lachen und feiern, aber ich kam mir dabei reichlich blöd vor; denn eigentlich war es doch mein Geburtstag.

 

Als ich das las, kam ich ein bisschen ins Grübeln. Mir fiel wieder das kleine Gedicht ein. Der Satz „dann steht das Christkind vor der Tür“ bekommt auf einmal eine ganz andere Bedeutung.

Rudolf Horn hat seiner Geschichte noch einen Satz hinzugefügt: Weihnachten feiern heißt: die Geburt von Jesus zu feiern, der gekommen ist, weil Gott uns nicht draußen stehen lassen wollte.

Also lassen Sie uns die Tür öffnen! Lassen wir Jesus, das Geburtstagskind, hinein! Er liebt uns Menschen und wünscht sich sicher nichts mehr, als mit uns gemeinsam bei seiner Feier zu sein!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ganz viel Spaß bei den Vorbereitungen und ein wunderbares Weihnachtsfest.

KONTAKT

Astrid Gutke

Astrid
Gutke
Im Mull 31
27356
Mulmshorn
Tel.: 
(04268) 1365
So. 24.11.13
Denkpause
Haike Gleede
Denkpause

Etwas Neues beginnt

Letzte Woche haben wir uns im Konfirmandenunterricht mit dem Thema „Tod – Sterben- Ewigkeit“ beschäftigt. Auch den Bestatter haben wir besucht und dort viele Fragen stellen können. Für die 13-14jährigen war das ein spannendes Thema. Es wurde ihnen bewusst, dass ein Mensch auch über den Tod hinaus seine Würde behält. Viele sind überzeugt, dass mit dem Tod etwas ganz Neues beginnt. Ich habe mich gefreut, dass ich mit den Jugendlichen so offen und frei über dieses Thema sprechen konnte. Das ist nicht selbstverständlich. In unserer Gesellschaft wird der Tod eher verdrängt. Erst wenn sie unmittelbar betroffen sind, beginnen viele sich damit auseinanderzusetzen. Kaum noch ein Verstorbener wird zuhause aufgebahrt. Nur wenige wissen um das Ritual einer Aussegnung. Für mich sind das immer besondere Momente, wenn wir uns mit der Familie um das Bett des Verstorbenen versammeln, singen, beten und den Segen sprechen.  

Mit dem Toten kommt heute kaum noch jemand in Berührung – jedenfalls in Deutschland. Als ich in Russland als Pastorin tätig war, habe ich eine völlig andere Bestattungskultur erlebt. Die Familie selbst bereitet den Leichnam für die Beerdigung vor. Drei Tage wird der Tote zuhause aufgebahrt. Nachbarn und Verwandten wechseln sich mit der Totenwache ab, trauern gemeinsam am offenen Sarg. Immer wieder berühren und küssen sie den geliebten Menschen, von dem sie Abschied nehmen müssen. Es ist sehr ergreifend das mitzuerleben. Bevor es zum Friedhof geht, versammelt sich die Familie um den offenen Sarg für ein letztes Foto. Diese Art des Abschieds lässt die Menschen den Tod begreifen und gibt der Trauer Raum.

Es ist wichtig, dass wir uns mit dem Tod auseinandersetzen. Dann verliert er seinen Schrecken. Heute feiern wir in unseren Kirchen Ewigkeitssonntag. Wir gedenken der Verstorbenen und hören tröstende Worte. Sie lassen uns einen Blick in die Zukunft wagen: „Siehe, ich mache alles neu!“ sagt Christus.

Mit dem Tod beginnt etwas ganz Neues – daran glauben Christen überall auf der Welt.

KONTAKT

Haike Gleede

Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Pastor/-innen
Haike
Gleede
Pastorin
Kirchstraße 6
27367
Horstedt
Tel.: 
(04288) 320
Fr. 01.11.13
Gedanken zur Jahreslosung 2014
Frank Hasselberg
Gedanken zur Jahreslosung 2014

Gedanken zur Jahreslosung

 

Liebe Leserin, lieber Leser!

Was ist Glück? Wer weiß das schon. Sind Sie glücklich? Wer würde das uneingeschränkt von sich sagen. Es gibt schließlich gute und schlechte Tage, Höhen und Tiefen. Niemand ist immer nur glücklich – das wäre auch schwer zu ertragen, denn wer keinen Regen kennt, freut sich auch nicht über den Sonnenschein.

Eine wunderschöne Definition gibt uns die Jahreslosung für 2014: „Gott nahe zu sein, ist mein Glück.“ Das steht im 73. Psalm, Vers 28. Aber: Ist das nicht etwas leichtfertig dahingesagt, wenn mir gerade das Wasser bis zum Hals steht, wenn ich keinen Sinn mehr in meinem Leben sehe? Auch der Psalmbeter hat schwere Zeiten durchschritten, er kennt ebenso die dunklen Stunden, wo man mit Gott hadert. Und trotzdem - oder gerade deswegen - sieht er, wo sein wahres Glück liegt. Es geht nicht um Friede - Freude - Eierkuchen, sondern um ein gelingendes, ein erfülltes Leben diesseits von schneller Glückseligkeit, wie viele Menschen sie suchen. Der Unterschied zwischen Vergnügen und Glück ist derselbe wie zwischen einem Kahn und einem Ozeandampfer: Auf den Tiefgang kommt es an.

Im Erscheinungszeitraum dieser „Brücke“ begehen wir die stille Woche mit Volkstrauertag, Buß- und Bettag, Toten- oder Ewigkeitssonntag. Mancher trauert um einen geliebten Menschen, hat Sorgen, ist einsam. Das Glück, von dem im Psalm die Rede ist, ist kein billiges Versprechen, sondern es geht viel tiefer. So, wie Maria es erfährt, als sie mit Jesus schwanger ist. Das Glück der Geburt im Stall von Bethlehem, auf das wir auch wieder zusteuern. Die Freude trotz der widrigen Umstände damals, in der ersten Heiligen Nacht. So können wir mit Gott auch getrost ins neue Jahr gehen. Denn das ist uns Christen zugesagt: Ihr werdet es nicht nur leicht im Leben haben, aber Euch erwartet ein Glück, das alles andere überstrahlt. Deshalb heißt es weiter im 73. Psalm: „Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an.“

In diesem Sinne: Eine nachdenkliche stille Zeit im November, eine wunderschöne Advents- und Weihnachtszeit und ein gesegnetes neues Jahr 2014!

Das wünscht Ihnen und Euch allen

Pastor Frank Hasselberg

KONTAKT

Frank Hasselberg

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Öffentlichkeitsarbeit
Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Pastor/-innen
Frank
Hasselberg
Pastor, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis
Schneverdinger Straße 14
29640
Schneverdingen
Tel.: 
(05193) 4130
So. 24.11.13
Wochenspruch, Sonntag, 24.11.2013 bis…
Frank Heyden
Wochenspruch, Sonntag, 24.11.2013 bis Samstag, 30.11.2013

Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen. (Lk 12,35)

 

 

  • Erklärung

Fünf Wochen vor dem Ende des Kalenderjahres endet mit diesem Sonntag das Kirchenjahr. Die einen nennen ihn Totensonntag. Diese Bezeichnung geht auf den preußischen König Friedrich Wilhelm III. zurück. In vielen Gemeinden wird der Verstorbenen gedacht. Die lutherischen Gottesdienstordnungen nach dem Krieg sprechen vom Ewigkeitssonntag (liturgische Farbe Grün). Lieder und Texte eröffnen den Blick über den Tod und das Ende hinaus. Sie machen Gottes neue Welt zum Thema: einen neuen Himmel und eine neue Erde. Die Lesung aus dem Buch der Offenbarung verheißt, Gott werde unter den Menschen wohnen, und kein Tod und kein Leid werde mehr sein. Die liturgische Farbe für den Totensonntag ist darum Weiß, Zeichen von Freude und Licht.

KONTAKT

Frank Heyden

Arbeitsbereich in der Kirchengemeinde: 
Gemeindebrief
Kirchenvorstand
Stiftung
Arbeitsbereich in der Kirchenregion: 
Regionaler Gemeindebrief
Frank
Heyden
Zweiter Vorsitzender des Kirchenvorstandes, Vorsitz des Bauausschusses
Friedenstrasse 3
29640
Schneverdingen
Mobil: 
0176 81694101
Do. 21.11.13
Eine gute Nachricht weitergeben
Thomas Steinke
Eine gute Nachricht weitergeben

Was erzählen wir eigentlich von anderen weiter? „Nur Gutes natürlich!“, ist vielleicht die erste Reaktion. - Wirklich? Ich habe manchmal den Eindruck, dass wir in unseren Gesprächen unbewusst der journalistischen Regel folgen: „Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten!“ Wenn jemandem ein Fehler unterlaufen ist, wenn ihm eine Panne passiert ist, dann macht das schnell die Runde. Wo wir einen Skandal wittern, sind wir hellwach. Und wenn die Gerüchteküche erst einmal
brodelt, geben sich die wenigsten Mühe, die Wahrheit herausfinden zu wollen. Gedankenlos machen wir dieses Spiel mit - es sei denn, wir sind selbst betroffen - als diejenigen, über die getuschelt oder laut gesprochen wird.  Manchmal braucht es einen ganz bewussten Entschluss: Ich mache da nicht mehr mit! Ich habe es nicht nötig, mich selbst besser zu fühlen, wenn andere  schlecht gemacht werden. Ich rede so über andere, wie ich es mir selbst auch von ihnen wünsche: respektvoll, zurückhaltend und so, dass ich das Gute herausstelle. Und vor allem: Ich spreche weniger über sie als vielmehr mit ihnen selbst.
Die diesjährige Adventsaktion lädt uns alle ein und fordert uns auf: „Eine gute Nachricht weitergeben!“ Die Klebemarken, die dem Anschreiben zum Freiwilligen Gemeindebeitrag beiliegen, sind eine Möglichkeit dazu - auf der Titelseite ist schon eine abgebildet. Es gibt unzählige andere Gelegenheiten, anderen in unserer Nähe oder in der Ferne ein gutes Wort zu sagen oder ihnen eine gute Nachricht weiterzugeben. Die beste Nachricht überhaupt wird wieder an Weihnachten quer über den Globus laut zu hören sein: Gott selbst kommt in unsere Welt, ja, in unser Leben. Wer sich ihm öffnet, wird die beglückende Gewissheit erfahren: Ich bin niemals allein!
Diese Nachricht kann gar nicht vielfältig und kreativ genug weitergegeben werden: Machen Sie mit!

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.kirche-rotenburg.de/node/3610#meldungsanker

KONTAKT

Thomas Steinke

Arbeitsbereiche im Kirchenkreis: 
Superintendentur
Thomas
Steinke
Pastor
Rotenburger Str. 11
27389
Fintel
Tel.: 
04265/9540641

Seiten