Andachten

Kurz innehalten. Sich für einen Moment besinnen, woher wir eigentlich kommen, was wichtig ist im Leben. Dabei helfen uns kurze Andachten. Die Pastorinnen und Pastoren des Kirchenkreises Rotenburg verfassen jede Woche zwei Zeitungsandachten für die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung. Wir veröffentlichen sie hier und schaffen damit ein Archiv, auf das Sie zurückgreifen können, wann immer Sie möchten. Denn: Ihre Zeitung werfen Sie irgendwann in den Papierkorb. Die Andachten behalten jedoch ihre Gültigkeit jenseits der Tagesaktualität.

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So. 20.09.20
„Mit meinem Gott kann ich über Mauern…
Haike Gleede
„Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen!“ Andacht zu Psalm 18, 30

„Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen!“

David war ein talentierter junger Mann. Er war geschickt und sportlich.

Er war klug und musikalisch.
Als er jung war, unternahm er viel mit seinem besten Freund Jonathan. Jonathan war der Sohn des Königs Saul. Anfangs mochte er David und schätze ihn. So manchen Abend hat David für ihn Harfe gespielt und gesungen.
Saul war alt und krank, und das Volk hoffte auf einen würdigen Nachfolger.
David war bei allen beliebt. Denn David diente im Heer des Königs. Als Anführer einer Abteilung hatte er schon manchen Sieg errungen und die Feinde in die Flucht geschlagen.
Die Leute sahen, dass er ein guter König wäre und feierten seine Erfolge.
Saul gefiel das gar nicht. Er wurde eifersüchtig auf David und trachtete ihm nach dem Leben. So floh David in die Berge.
Wo sollte er hin?
Es war nur eine Frage der Zeit, dass sie fanden und auf Befehl des Königs töteten.
David betete:
„Manchmal denke ich, vor mir liegt ein tiefer Abgrund. Das macht mir Angst.
Dann aber merke ich, wie du, Gott, mich vom Abgrund wegziehst, wie du mich in die Weite führst, in herrliche Freiheit. Du gibst mir neuen Mut und stellst mich wieder auf die Füße, ich sehe immer wieder neue Wege und neue Möglichkeiten für mein Leben.“
Später wurde er König von Israel.
Er wusste immer, wem er seinen Erfolg zu verdanken hatte.
Aber er wusste auch, dass das Leben immer wieder neue Herausforderungen stellt. David war mutig und er vertraute auf Gott.
Das hat ihn oft gerettet.
Davon hat er in seinen Liedern gesungen. Überliefert in den Psalmen.
So wie dieses: Psalm 18

Du lässt mein Lebenslicht strahlen, HERR.
Du selbst, mein Gott, machst mir das Dunkel hell.
Mit dir, mein Gott, erstürme ich Schutzwälle,
mit dir springe ich über Mauern.
Alles, was dieser Gott tut, ist vollkommen,
was der HERR sagt, ist unzweifelhaft wahr.
Wer in Gefahr ist und zu ihm flieht,
findet bei ihm immer sicheren Schutz.
Kein anderer als der HERR ist Gott!
Nur er, unser Gott, ist ein schützender Fels!

Vielleicht geht es Ihnen auch, manchmal so, dass Sie denken:
„Ich schaffe das nicht.“ - in der Schule, im Beruf oder auch im Sport.
Manchmal denke ich: „Die anderen können das alle viel besser als ich, die sind so cool und selbstbewusst. Das schaffe ich nie.“

Und dann lese ich in den Psalmen und mir wird bewusst, dass Gott auch für mich einen Plan hat. Ich bin genau richtig, so wie ich bin- einmalig und wertvoll.
In jedem steckt diese göttliche Kraft, die schon David spürte, aus der er schöpfte und die ihn zu diesen wunderschönen Liedern und Gebeten inspirierte.
„Den Sprung in den Glauben kann mir niemand abnehmen.“ sagt der dänische Philosoph, Søren Kierkegaard*.
Wagen wir also den Sprung und wachsen wir über uns hinaus. Denn:
„Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.“

*Søren Kierkegaard
(1813 - 1855), Søren Aabye Kierkegaard, dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

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Mo. 13.04.20
Auf ein Wort...
Haike Gleede
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Verschlossene Türen

Sie saßen hinter verschlossenen Türen, mieden den Kontakt zu Außenstehenden und warteten ab. Die Jüngern hatten sich nach dem Tod Jesu zurückzogen. Sie waren verwirrt und bedrückt über die Ereignisse der letzten Tage. 

Die Zukunft schien ungewiss, beängstigend.

 

Verschlossene Türe, leere Straßen - Städte und Einkaufszentren sind verwaist.

Da wo sonst das Leben pulsiert, herrscht unheimliche Leere. Grenzen schließen, Reiseverbot, Kontaktverbot – Abstand ist geboten. Wir wissen: Es ist zu unserem Schutz. Die Sorge ist groß, die Gefahr unsichtbar und doch so tückisch.

Wie soll es weitergehen? Welche Folgen hat diese Pandemie für unser Leben und für unsere Gesellschaft.

 

Als einige Frauen am dritten Tag nach Jesu Bestattung zum Friedhof gehen, fragen sie sich: „Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?“

 

Wir fragen uns gerade, wann sich Türen wieder öffnen. Wann bekommen wir unsere Freiheit zurück, unsere Unbeschwertheit?

Wann feiern wir wieder Gottesdienste, Freudenfeste, gehen shoppen oder ins Theater, essen im Restaurant und treffen uns mit Freunden auf einen Kaffee?

 

Als die Frauen an Jesu Grab ankommen, ist es bereits offen und leer. Ein Engel verkündet: „Fürchtete euch nicht! Jesus ist auferstanden!“

Danach war nicht sofort alles gut. Es dauerte noch lange bis diese Nachricht um die Welt gereist war. Und noch immer ringen wir darum, was sie für unser Leben bedeutet.

 

Diese Krise wird nicht spurlos an uns vorbeigehen. Noch lange werden wir unsere Toten betrauern und mancher steht vor den Trümmern seiner Existenz.

Ich hoffe, dass die Botschaft: „Der Herr ist auferstanden!“, unsere Gemeinschaft stärkt. Ich wünsche mir, dass wir feinfühlig und mit viel Geduld miteinander nach Lösungen suchen, das Leben neu sortieren und erkennen, was wichtig und richtig ist und was die Zeit von uns fordert. Ich möchte zuversichtlich in die Zukunft gehen und denen helfen, die Hilfe brauchen, im Vertrauen darauf, dass wir getragen werden von dem, der die Welt überwunden hat.

 

Pastorin Haike Gleede, Horstedt

 

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Fr. 10.04.20
„Also hat Gott die Welt geliebt,...
Haike Gleede
„Also hat Gott die Welt geliebt,...

„Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“

Joh 3, 16

 

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Sa. 04.04.20
3. Sonntagsimpuls der Konfirmanden
Haike Gleede
3. Sonntagsimpuls der Konfirmanden

Der Wochenspruch steht bei Matthäus 20, 28

„Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.“

Palmarum 2020
Es ist der Sonntag vor Ostern. Es ist der Beginn der Karwoche.
Jesu letzte Woche auf unserer Erde.
Es ist der Sonntag vor Ostern. Palmzweige lassen Gottes Geist wehen.
Eselfüße auf Leinen. Der Sand hängt in den Kleidern.
Wir sind versammelt. An unterschiedlichen Orten. Zur gleichen Zeit.
Im Glauben. Wir feiern in Gottes Namen.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Das Matthäusevangelium berichtet ausführlich vom Prozess gegen Jesus
(aus Matthäus 27)

Jesus vor Pilatus

Jesus stand vor dem Statthalter Ponitus Pilatus. Der fragte ihn:
»Bist du der König der Juden?«
»Du sagst es!«, gab Jesus zur Antwort.
Aber als die führenden Priester und die Ratsältesten ihn beschuldigten, schwieg er.
Darum fragte Pilatus ihn:
»Hörst du nicht, was sie alles gegen dich vorbringen?«
Aber Jesus gab ihm auf keine einzige Frage mehr eine Antwort.
Darüber war der Statthalter sehr erstaunt.
Es war üblich, dass der römische Statthalter zum Passafest einen Gefangenen begnadigte, den das Volk bestimmen durfte.
Damals gab es einen berüchtigten Gefangenen, der Jesus Barabbas hieß.
Als nun die Volksmenge versammelt war, fragte Pilatus: »Wen soll ich euch freigeben: Jesus Barabbas oder Jesus, den angeblichen Retter?«
Denn er wusste genau, dass man ihm Jesus nur aus Neid ausgeliefert hatte.

Während Pilatus auf dem Richterstuhl saß, ließ seine Frau ihm ausrichten:
»Lass die Hände von diesem Gerechten! Seinetwegen hatte ich letzte Nacht einen schrecklichen Traum.«
Inzwischen hatten die führenden Priester und die Ratsältesten das Volk überredet, es solle für Barabbas die Freilassung und für Jesus den Tod verlangen. Der Statthalter fragte noch einmal: »Wen von den beiden soll ich euch herausgeben?«
»Barabbas!«, schrien sie.
»Und was soll ich mit Jesus machen, eurem so genannten Retter?«, fragte Pilatus weiter. »Kreuzigen!«, riefen alle. »Was hat er denn verbrochen?«, fragte Pilatus.
Aber sie schrien noch lauter: »Kreuzigen!«
Als Pilatus merkte, dass seine Worte nichts ausrichteten und die Erregung der Menge nur noch größer wurde, nahm er Wasser und wusch sich vor allen Leuten die Hände. Dabei sagte er: »Ich habe keine Schuld am Tod dieses Mannes. Das habt ihr zu verantworten!«
Da ließ Pilatus ihnen Barabbas frei und gab den Befehl, Jesus mit der Geißel auszupeitschen und zu kreuzigen.

Epilog von Pontius Pilatus

Ich verstehe immer noch nicht, warum sie diesen Jesus von Nazareth ausgeliefert haben.
Was hat er denn getan, dass sie ihn so fürchten? Welche Macht steht hinter ihm?
Den Schwerverbrecher Barrabas musste ich freilassen.
Ich habe kein gutes Gefühl dabei. Meine Frau sagte noch zu mir, ich solle den Gerechten freigeben.
Ich frage mich, warum Jesus sich nicht verteidigt hat. Er hat bestätigt, dass er der König der Juden sei. Aber wie hat er das gemeint?
Aber ich konnte kein anderes Urteil sprechen. Die Priester haben das Volk aufgehetzt. Die ganze Stadt ist in Aufruhr. Am Ende hätten sie mich noch gestürzt und mich davongejagt. Das konnte ich nicht riskieren.
Ich weiß, dass das Urteil nicht gerechtfertigt ist, aber ich wasche meine Hände in Unschuld. Noch heute wird Jesus gekreuzigt. Ich hoffe, das Volk und die Hohenpriester beruhigen sich dann schnell wieder.

Epilog Claudia Prokula, die Frau des Pilatus

Ich bin Claudia Prokula, die Frau von Pontius Pilatus.
Ich hatte heute Nacht einen schrecklichen Traum.
Gott begegnete mir und warnte mich:
„Verurteilt nicht den Falschen, denn sonst werdet ihr es büßen! Jesus ist mein Sohn. Er ist der Gerechte und der Retter der Welt.“
Ich habe solche Angst. Pilatus hat mir gar nicht richtig zugehört.
Dabei sieht er auch, dass Jesus unschuldig ist.
Hoffentlich geht diese Sache gut aus.
Ich glaube, dass Jesus wirklich Gottes Sohn ist.

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Mo. 30.03.20
Sonntagsimpuls der Konfirmanden
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Sonntagsimpuls der Konfirmanden

Judika 2020

 

Psalm 43 nach Peter Spangenberg

 

Lieber Gott,

setz du dich doch bitte für uns ein

und nimm unsere Sorgen in deine Hand.

Du bist unser Gott, dir vertrauen wir uns an.

 

Lieber Gott,

mach es hell vor unseren Augen, lass uns einsehen,

was du sagst, damit wir immer wieder zurückfinden auf deinen Weg und deine Stimme im Herzen hören,

wenn du uns besuchst.

 

Lieber Gott,

lass uns immer wieder zu dir zurückfinden,

von dir geht so viel Segen aus und Vergebung.

Schenke uns deine Nähe,

denn durch dich finden wir ins Leben.

Wir rufen zu dir: Herr, erbarme dich

 

 

Der Verrat Jesu Sicht des Judas Iskarioth

 

Judas:

Ich, Judas Iskarioth, bin in Geldnot.

Ich werde zu den Priestern und Ratsherren gehen und fragen, was sie mir geben, wenn ich ihnen Jesus ausliefere. Sie bieten mir 30 Silberstücke. Das ist viel Geld. Dennoch bin ich nicht sicher, ob ich Jesus wirklich verraten sollte. Er tut viel Gutes. Die Menschen mögen ihn. Er hat nichts verbrochen.

Dennoch: ich brauche das Geld. Und wenn ich ihn nicht verrate, tut es ein anderer.

 

Sprecher:   

„Da ging Judas Iskariot, einer aus dem Kreis der Zwölf, zu den führenden

Priestern und sagte: »Was gebt ihr mir, wenn ich ihn euch in die Hände spiele?«

Sie zahlten ihm dreißig Silberstücke.

Von da an suchte Judas eine günstige Gelegenheit, Jesus zu verraten.“

 

Judas:                  

Ich werde ihnen sagen, wo er nach dem Passahmahl beten wird: im Garten Gethsemane. Der Bruderkuss wird das Zeichen sein.

 

Sprecher:

„Judas ging sogleich auf Jesus zu und sagte: »Sei gegrüßt, Rabbi!«, und er küsste ihn so, dass alle es sehen konnten.

Jesus sagte zu ihm: »Freund, komm zur Sache!«

Darauf traten die Bewaffneten heran, packten Jesus und nahmen ihn fest.“

 

Judas:        

Jetzt ist es geschehen. Ich führte die Soldaten in den Garten und begrüßte Jesus mit einem Kuss. Sofort kamen sie mit Schwertern und Knüppeln bewaffnet und nahmen Jesus fest. Ich bin nicht sicher, ob ich richtig gehandelt habe.

 

Stille

Was habe ich nur getan? Was wird nun weiter geschehen?

Ich will das Geld nicht mehr. Ich bringe es den Priestern zurück. Mein Leben ist nichts mehr wert. Ich bin ein Verräter.

 

Sprecher:   

Als Jesus verhaftet wurde, sind die Jünger geflohen. Sie halten sich versteckt, weil sie fürchten, selbst verhaftet zu werden. Und sie sind verunsichert.

Was wird weiter geschehen? Können sie Jesus vertrauen oder ist jetzt alles aus?

Sie treffen sich heimlich und besprechen die Lage:

 

Thomas (Alicia):

Was sollen wir bloß tun? Wir können uns nicht mehr draußen blicken lassen.

 

Johannes (Lasse):

Beruhige dich, Thomas. Ich bin sicher, es wird alles gut. Jesus ist doch Gottes Sohn. Das wird ihn retten.

 

Jakobus (Leif):

Ich hatte so eine große Hoffnung auf Jesus gesetzt. Jetzt ist alles verloren.

Ich denke, ich werde meinen alten Beruf wieder aufnehmen.

 

Petrus (Tom):     

Jakobus, wir müssen den Menschen weiter Mut machen und den christlichen Glauben weitergeben. Die Menschen werden bald erkennen, dass Jesus ihre Rettung ist.

 

Thomas (Alicia):

Ich frage mich, warum Judas Jesus verraten hat? Was hat ihn dazu bewogen?

 

Johannes (Lasse):

Ich denke, er hat Geldprobleme. Er war schon immer gierig.

Verstehen kann ich es trotzdem nicht. Er war doch unser Freund.

 

Jakobus (Leif):

Ich mache mir Sorgen um Jesus. Vielleicht hätten wir nicht alle weglaufen sollen. Müssten wir ihm nicht helfen?

 

Johannes (Lasse):

Ich schleiche mich an den Wachen vorbei und befreie Jesus.

 

Thomas (Alicia): 

Wenn du das tust, setzt du dein Leben auf’s Spiel. Wenn sie dich erwischen, werden sie dich einsperren und es ergeht dir wie Jesus. Damit hilfst du ihm nicht.

 

Petrus (Tom):

Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Ich will wissen, was mit Jesus weiter geschieht. Ich werde ihnen in den Palast folgen und hören, was sie ihm vorwerfen. Vielleicht kann ich ihm irgendwie helfen. Wir können ihn doch nicht seinem Schicksal überlassen. Ich werde immer zu ihm halten.

 

 

Gebet

 

Gott, ich will mich in dich versenken

wie ein Weizenkorn in die Erde.

Umgib mich, Gott, so wie du alles umgibst.

Du schaffst neues Leben.

Aus der Mitte des Dunkels wachse ich ins Licht.

Dunkel oder Licht:

Du bist bei mir.

Ich freue mich, Gott.

 

Amen.

 

 

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Do. 19.03.20
„Gott hat uns nicht gegeben einen Geist der…
Monatsspruch
„Gott hat uns nicht gegeben einen Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“

„Gott hat uns nicht gegeben einen Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ (2 Tim 1, 7).

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Mo. 03.02.20
Die Zeit läuft
Haike Gleede
Die Zeit läuft

„Der Mensch denkt, Gott lenkt.“ – sagt ein Sprichwort oder auch:

„Der Mensch dachte und Gott lachte.“

Das neue Jahr läuft. Die Planungen auch. Der Terminkalender füllt sich.

Der Januar ist schon vorbei. Der zweite Monat geht seinen Gang. Die Zeit läuft.

An vielen Stellen zeichnen sich Veränderungen ab. Umbrüche, Abbrüche und Aufbrüche wecken uns aus dem normalen Trott.

Aber mancher Umbruch fällt schwer – Altes, Vertrautes zurückzulassen, das ist nicht so einfach. Da blickt mancher doch wehmütig zurück auf jahrzehntelanges Engagement. Und nun ist keiner da, der diese Arbeit weiterführt.

Gut, wer dankbar zurückblickt und loslassen kann.

Nichts bleibt wie es ist. Alles hat seine Zeit. Für jede Tür, die sich schließt, öffnet sich eine neue und zeigt ungeahnte Wege.

Andere freuen sich auf die anstehende Veränderung. Nach dem Schulabschluss eine Berufsausbildung anfangen, studieren, das Leben selbst in die Hand nehmen. Das ist spannend. Wohin wird der Weg führen?

Noch ist das Jahr jung. Wer weiß, was es noch bringen wird.

In der Bibel steht ein weiser Spruch, den ich mir zu Herzen nehme:

„Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der HERR allein lenkt seinen Schritt.“ (Sprüche 16, 9)

Das macht mir Mut. Es erinnert mich daran, dass ich nicht allein darüber entscheide, wie mein Leben weitergeht. Gott hat auch einen Plan für mich und einen Weg, den ich noch nicht kenne. Er verspricht zwar nicht, dass der Weg immer leicht zu begehen ist, aber er wird mich begleiten.

Und manchmal lohnt es sich, mal in sich zu gehen, auf Gottes Stimme zu lauschen und zu hören, wo er mich haben will.

 

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Sa. 01.02.20
Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der…
Monatsspruch
Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte. (1. Korinther 7,23)

Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte.

(1. Korinther 7,23)

 

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Mi. 01.01.20
Gott ist treu.
Monatsspruch
Gott ist treu.

Gott ist treu.

1.Kor 1,9 (L)

 

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So. 01.12.19
Wer im Dunkel lebt und wem kein Licht…
Monatsspruch
Wer im Dunkel lebt und wem kein Licht leuchtet, der vertraue auf den Namen des Herrn und verlasse sich auf seinen Gott.

Wer im Dunkel lebt und wem kein Licht leuchtet, der vertraue auf den Namen des
Herrn und verlasse sich auf seinen Gott.
Jes 50,10 (E)

 

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Fr. 01.11.19
Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.
Monatsspruch
Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.

Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.

HIOB 19,25

 

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Di. 01.10.19
Wie es dir möglich ist: Aus dem Vollen…
Monatsspruch
Wie es dir möglich ist: Aus dem Vollen schöpfend - gib davon Almosen! Wenn dir wenig möglich ist, fürchte dich nicht, aus dem Wenigen Almosen zu geben!

Wie es dir möglich ist: Aus dem Vollen schöpfend - gib davon Almosen! Wenn dir wenig möglich ist, fürchte dich nicht, aus dem Wenigen Almosen zu geben!
Tob 4,8 (E)

 

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So. 01.09.19
Monatsspruch September 2019
Monatsspruch
Monatsspruch September 2019

Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?
Mt 16,26 (L)

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Do. 01.08.19
Monatsspruch August 2019
Monatsspruch
Monatsspruch August 2019

Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.
Mt 10,7 (E)

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Mo. 01.07.19
Monatsspruch Juli 2019
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Monatsspruch Juli 2019

Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn. Jak 1,19 

 

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Sa. 01.06.19
Monatsspruch Juni 2019
Monatsspruch
Monatsspruch Juni 2019

Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder.

Sprüche 16,24 

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Mi. 01.05.19
Es ist keiner wie du, und ist kein Gott…
Monatsspruch
Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir.

Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir. 2 Sam 7,22 (L)
 

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Mi. 05.12.18
Mache dich auf und werde licht
Haike Gleede
Mache dich auf und werde licht

Mache dich auf und werde licht.

In den kommenden Wochen wird der Umsatz in den Kaufhäusern und Einkaufszentren rapide ansteigen. Verkäuferinnen werden Geschenke hübsch verpacken, die Post wird mehr Briefe, Päckchen und Karten zustellen als in den anderen Monaten. Kinder schreiben Wunschzettel und Eltern und Großeltern leiten sie an den Weihnachtsmann weiter. Lichterketten werden installiert, Adventskränze dekoriert und Kerzen angezündet. Die Welt erstrahlt in neuem Glanz.

Mache dich auf und werde licht; (Jesaja 60, 1)

In den kommenden Wochen werden Menschen ohne Obdach nach einem warmen Plätzchen suchen und etwas zu essen erbetteln. Kinder werden um ihr Leben kämpfen und Regierende ihre Macht verteidigen. Soldaten werden ihren Dienst tun, manche weit weg von Zuhause; Hilfsorganisationen werden  Medikamente und andere Hilfsgüter  in Krisengebiete schaffen und dort verteilen.

Mache dich auf und werde licht; denn dein Licht kommt,

In den kommenden Wochen werden die Menschen auf die Weihnachts- und Lichtermärkte strömen und Dekoratives, Köstliches und Überflüssiges erwerben. Unzählige Bleche Kekse werden gebacken und verzehrt. Bei Kerzenschein und Glühwein werden sich Menschen unterhalten über die guten alten Zeiten, die Politik, das Wetter und über Gott und die Welt.

Manche werden noch einsamer sein als sonst.

Mache dich auf und werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir!

Im Advent entzünden wir jeden Sonntag eine weitere Kerze an unserem Adventskranz.

So kennen wir es von Kindheit an.

 Ist es einfach ein schönes Ritual, das Licht und Gemütlichkeit in die graue Jahreszeit bringt? Oder steckt mehr dahinter?

In der Adventszeit warten wir auf die Ankunft Jesu. Wir warten auf das Licht, das unser Leben erhellt. Mit jedem Adventssonntag wird dieses Licht heller, bis es an Weihnachten im festlichen Glanz erstrahlt.

In der Adventszeit zünden wir die ersten Kerzen an. Aber anstatt im Lichtschein zur Ruhe zu kommen, setzen wir uns unter neuen Leistungsdruck. Was müssen wir bis zum Fest noch alles erledigen? Wir hetzen umher und fragen uns, wie wir das alles bewältigen sollen. Gleichzeitig versuchen wir uns auf Weihnachten einzustimmen.

Wie kann das gelingen?

Vielleicht indem wir uns auf den Engel des Lichts einlassen. Er macht uns aufmerksam auf den Sinn dieser Zeit. Sich mit dem Herzen auf Gott vorzubereiten, sich zu öffnen für das Wunder von Weihnachten.

Die Sehnsucht nach Ruhe und Frieden, Einkehr und Erleuchtung schlummert in den Seelen.

Die frühen Mönche sprechen davon, dass die Seele selbst zu einem Licht wird. Wenn sie beteten und meditierten, dann konnten sie in ihrem Herzen ein Lichts sehen und spürten, dass ein Engel ihnen nahe war.

Der Engel des Lichts möchte auch dich erleuchten, damit du für andere zum Licht werden kannst. Du kannst aber nur zum Licht werden, wenn du das Licht deines Engels hineinstrahlen lässt in deine innere Dunkelheit. Du musst das Licht deines Engels in alle dunklen Abgründe deiner Seele leuchten lassen. Dann wirst du selbst zu einem Licht.

Advent – das heißt auch den Blick erheben und Ausschau halten, den eigenen Lebenshorizont erkennen und die Menschen um mich herum wahrnehmen.

Vielleicht erkenne ich dann, dass ein lieber Brief mehr wert ist als ein teures Geschenk. Oder sich Zeit zu nehmen für ein Gespräch notwendiger ist als ein gründlicher Hausputz.

„Mache dich auf und werde Licht, denn dein Licht kommt.“

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So. 23.09.18
Lebensrhythmus -Lebenswandel
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Lebensrhythmus -Lebenswandel

Lebensrhythmus – Lebenswandel

 

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.“ So beginnt die Schöpfungsgeschichte auf der ersten Seite der Bibel.

Gott brachte Ordnung ins Chaos, jedenfalls legte er ein paar Eckdaten fest: Himmel und Erde, oben und unten; Meer und Land, vorne und hinten; Licht und Dunkelheit, Tag und Nacht. Und er schuf eine Fülle von Leben, Pflanzen, Tiere, Menschen. Und dann ließ er alles einfach wachsen, sich entwickeln. Es entstand eine komplexe Vielfalt, die ständig in Bewegung ist. Leben ist Veränderung. „Alles fließt“ und „Nichts bleibt wie es ist“ bringen es die antiken Philosophen auf den Punkt.

Das Leben ist dem stetigen Wandel unterworfen. Die Entwicklung der Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten zeigt das deutlich. Und doch gibt es etwas, was immer bleibt: Der natürliche Ablauf und die von Gott vorgegebenen Koordinaten.

Am Ende der Sintflut Geschichte gibt Gott eine Zusage: Gen 8, 22

„Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte. Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ Auf diesen Rhythmus kann der Mensch sich verlassen.

Als meine Kinder klein waren, habe ich ihnen gern Bücher vorgelesen. Ein Bilderbuch erinnere ich besonders, es gefiel mir und auch den Kindern irgendwie gut.

Ein Bilderbuch über die Jahreszeiten.

Da wurde schön dargestellt wie im Frühling die ersten Tulpen und Narzissen blühen und der Gemüsegarten bestellt wird. Der Sommer bringt eine wahre Blütenpracht hervor und Bäume und Sträucher sind voller Früchte. Die Sonne scheint und die Kinder baden im Pool.

Im Herbst werden Äpfel geerntet und Laub geharkt. Und natürlich kommt auch der Igel vorbei. Im Winter ziert ein Schneemann den schneebedeckten Garten und die Kinder machen dick eingemummelt eine Schneeballschlacht. Heile Welt – alles wohlgeordnet. Alles zu seiner Zeit.

So wünschen sich die Menschen das Leben. Wir kategorisieren, analysieren und entwerfen ein Idealbild, das immer eine Illusion bleibt. Gleichzeit haben wir dieses Versprechen:

„Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte. Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“

Das Leben bewegt sich zwischen diesen Extremen und fast nie ist es wirklich ausgeglichen. Das Wetter ist nie optimal –mal zu nass, mal zu trocken, mal zu kalt, mal zu warm, mal zu windig, mal zu schwül … Zwischen Eiszeit und Heißzeit.

Das Bilderbuchwetter gibt es nicht, und auch nicht die Bilderbuchfamilie, die Bilderbuchernte oder das Bilderbuchleben. Ist auch gut so, denn dann wäre ja alles vorhersehbar und irgendwann auch langweilig. Das Leben ist vielfältig und bunt.

Wir Menschen erleben fast immer Ausnahmen, gestalten Übergänge und schließen Kompromisse. Manchmal  preschen wir voran, versuchen die Zeit zu überholen oder zu überlisten – wollen Erdbeeren im Februar und Spargel zu Weihnachten. Aber die Zeit bleibt im Takt und alles hat seine Zeit.

In diesem Jahr haben wir einen grandiosen Sommer erlebt, den viele sicher genossen haben. Aber das nasse Frühjahr und der extrem trockene Sommer haben die Ernte beeinträchtigt und manchen Landwirt vor große Herausforderungen gestellt. Von bis zu 30 % Ernteeinbußen bei der Getreideernte ist die Rede.  Und dennoch stehen wir heute hier und feiern Erntefest.

Manchmal fordert uns die Natur alles ab, um das zu erreichen, mal wird uns mehr geschenkt als wir verbrauchen können.

 Uns ist auch bewusst, was wir der Natur abfordern und wissen:  manches Problem ist sicher auch menschengemacht – denn auch der Mensch ist ein Wesen, das in Extremen lebt:

Liebe und Hass, Krieg und Frieden, Freiheit und Abhängigkeit, Dank und Undank.

Darum gehören danken und bitten immer zusammen. Wir bitten für die Bewahrung der Schöpfung, halten Fürbitte für die, denen es nicht so gut geht wie uns und leisten Abbitte für das, was wir der Schöpfung zumuten, wo wir der Natur mehr abverlangen als gut ist und aus dem Gleichgewicht bringen.

Und natürlich danken wir  dafür, dass wir auf dieser Erde einen Lebensraum haben und Lebensbedingungen, die unseren Bedürfnissen angepasst sind. Wir danken für die Ernte, so bescheiden sie auch ausfallen mag, weil sie wieder für ein Jahr das Leben zu sichert.

Wie gut, dass über allem einer wacht und das Chaos überblickt.

Psalm 84, 6-8

6 Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln!

7 Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, /wird es ihnen zum Quellgrund,

und Frühregen hüllt es in Segen.

8 Sie gehen von einer Kraft zur andern und schauen den wahren Gott in Zion. Amen.

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So. 17.06.18
Es war mir ein Vergnügen
Haike Gleede
Es war mir ein Vergnügen

Es war mir ein Vergnügen

Es ist heiß, der Aufstieg auf den Berg ist mühsam. Viele nehmen diese Plage heute auf sich. Auf einer Wiese versammeln sie sich. Gespannt lauschen sie den Worten des Bergführers.

Sein Blick schweift über das Land, das sich nach dem Regen verwandelt hat.

Unzählige wilde Blumen verzaubern Berg und Tal. Was sonst über den langen, heißen Sommer trocken und brach da liegt – erwacht zu neuem Leben. In bunten Farben wiegen sich Blüten und Gräser im Wind. Eine traumhafte Landschaft, wie man sie nur in dieser Jahreszeit erleben kann.

Jesus schaut in die erwartungsvollen Augen seiner Zuhörer.

Sie hatten von dem neuen Wanderprediger aus Nazareth schon gehört. Das hat sie neugierig gemacht. Konnte er Antworten geben auf ihre Lebensfragen, ihre Gier nach Erfüllung stillen.

Jesus spricht in anschaulichen Bildern.

„Seht, die Vögel. Seht, die Lilien auf dem Feld in all ihrer Pracht. Seht euch an.“

Er kennt die Sorgen der Leute, wie sie im Schweiße ihres Angesichtes ihr Brot essen.

Und dann geht es ihnen noch gut. Aber was, wenn es keine Arbeit gibt, kein Geld, kein Brot – wovon sollen sie ihre Familie ernähren. Ein Dach über dem Kopf, etwas zum Anziehen und eine Mahlzeit auf dem Tisch – das ist das mindeste, was der Mensch zum Leben braucht. Aber das kann doch nicht alles sein, was Gott für uns bereithält.

„ .. und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe; denn es fährt schnell dahin, als flögen wir davon.“ Heißt es in den Psalmen (Ps 90)

Luther übersetzte: "und wenn's köstlich gewesen ist, so ist's Mühe und Arbeit gewesen".

Jesus sieht die müden Gesichter, erschöpft vom täglichen Überlebenskampf. Es ist nicht die Arbeit, die ihnen ihre Kräfte raubt – es ist die innere Unruhe, die Angst, dem Leben nicht gerecht zu werden und sich selbst zu verlieren.

„Sorgt nicht um euer Leben!“ ruft Jesus.

Sorgen – ja die hatten sie, jede Menge Sorgen um die großen und die kleinen Dinge des Lebens.

Die politischen Verhältnisse im Land, die Zukunft der Kinder, darum wie sie ihre Familie ernähren und wie sie in dieser Welt überleben sollen.

Sie machen müde – die Gedanken um die vielen kleinen alltäglichen Dinge, aber auch die Sorge um das große Ganze und die Zukunft. Jesus predigt Gelassenheit und verweist auf die Blumen des Feldes.

Wenn Gott schon die Blumen des Feldes edler kleidet als einen König, um wie viel mehr wird er sich um die Menschen kümmern.

Spricht die Bibel vom Gras, so können wir uns darunter eine ganze Blumenwiese vorstellen. Vergleichbar mit den Blühstreifen, die gelegentlich an Acker – und Wegesrändern wachsen. Die Blumen – sie zeigen die Schönheit und die Vielfalt der Schöpfung.

Dazu gehört der Klatschmohn. Er veranschaulicht besonders die Vergänglichkeit der Blütenpracht. Es ist ein Symbol für das Leben, das Werden und Vergehen.

Die Hundskamille setzt unzählige gelb-weiße Farbtupfer auf die Felder und zieht die Bienen an. Die Kornblume steht oft am Feldrand und fällt durch ihre blaue Farbe besonders auf: Ein Symbol für Reinheit und Treue. Eine verschenkte Kornblume wünscht Glück und Wohlergehen und bringt die Botschaft zum Ausdruck: "Auch wenn Du mich abweist, ich gebe die Hoffnung nicht auf.“

Die weiße Lilie ist die Königin unter den Blumen. Ihr Duft betört. Ihre Form beeindruckt. Sie steht für Jungfräulichkeit und Reinheit. Maria ist oft mit einer weißen Lilie dargestellt, oft wird sie ihr vom Engel Gabriel übereicht. Wer eine Lilie verschenkt, signalisiert dem Beschenkten Hochachtung und Zuneigung.

In Stein gemeißelt gehört sie übrigens auch zum Schmuck im salomonischen Tempel.

Die Zuhörer Jesu sind nachdenklich geworden. Auf die Blumen und die Vögel haben sich noch nie geachtet, zu sehr waren sie mit sich selbst beschäftigt.

Haben Sie sich wiedergefunden unter den Zuhörern der Bergpredigt?

Die Sorgen und Nöte, die Jesus hier anspricht, kennen wir. Sie gehören zu unserem menschlichen Dasein. So vieles beschäftigt uns. Sie macht müde die Sorge, wie ich mich ernähren soll – Vegan, vegetarisch oder einfach nur ausgewogen?

Welche Lebensmittel schaden mir, welche sind gesund, wie bleibe ich fit und gesund?

Sie macht müde die Sorge darum, wer in der Welt das Sagen hat, um Umweltschutz und Gleichstellung, um rechts oder links, um Macht und Ohnmacht, das Altwerden und Jungbleiben. Sie macht müde die Sorge darum, ob ich noch voll im Trend liege oder schon zum alten Eisen gehöre.

 

Das Angebot ist so reichhaltig, die Informationen so vielfältig.

Jeden Tag treffen wir tausende von Entscheidungen. Die meisten sind vollkommen unwichtig.

Da bleibt keine Zeit mehr einfach nur zu sein, wahrzunehmen, was schon ist, was ich nicht schaffen muss.

Darum suchen viele Menschen nach einem Ausgleich, nach einer neuen Tiefe für ihr Leben. Seit einigen Jahren sind Achtsamkeitsmeditation beliebt geworden. Das Bedürfnis sich wieder auf sich selbst zu konzentrieren.

Psychologen (Ulrich Ott von der Universität Gießen und Peter Malinowski von der Universität Liverpool.) beschreiben die positive Wirkung mit folgendem Bild:

"Ich gehe beim Meditieren auf einen Berg und schaue hinunter ins Tal. Das heißt, ich bin nun in einer Position, die ein bisschen dem Alltagsgeschäft enthoben ist und kann auf das Ganze herunterschauen." Dieser Abstand schafft Selbstvertrauen, dass "sich sogar die größten inneren Dramen wieder auflösen. Das führe langfristig zu mehr Zufriedenheit und Lebensfreude.

Jesus hat damals schon solch eine Achtsamkeitsmeditation mit den Leuten gemacht. Es ist sicher kein Zufall, dass er dazu mit ihnen auf einen Berg stieg und dort seine Bergpredigt hielt. Bis heute eine Quelle der Weisheit und der Kraft.

„Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.“

Das ist der Vers, der mich schon so manches Mal gerettet hat.

Jeder Tag hat seine Plage und seine Freude. Eins geht nicht ohne das andere. Wer überleben will, wer etwas bewegen will, muss sich anstrengen, muss etwas investieren.

Natürlich – das ist so im Leben. Aber das allermeiste, was wir haben, ist uns geschenkt. Die Erfüllung des Lebens ist  es, das, was ich erarbeitet habe zu genießen. Und Gott gibt immer noch etwas obendrauf, wenn wir an seinem Reich bauen.

Lothar Zenetti hat das in einem Gedicht so beschrieben:

Es war mir ein Vergnügen

Einmal wird uns gewiss die Rechnung präsentiert für den Sonnenschein und das Rauschen der Blätter, die sanften Maiglöckchen und die dunklen Tannen,

für den Schnee und den Wind, den Vogelflug und das Gras

und die Schmetterlinge, für die Luft, die wir geatmet haben, und den Blick auf die Sterne

und für all die Tage, die Abende und die Nächte.

Einmal wird es Zeit, dass wir aufbrechen und bezahlen; bitte die Rechnung.

Doch wir haben sie ohne den Wirt gemacht:

Ich habe euch eingeladen, sagt der und lacht, soweit die Erde reicht:

Es war mir ein Vergnügen! (Lothar Zenetti)

 

Heute ist Kräutertag. Da dreht sich alles um Kräuter und Pflanzen. Die manchmal so unscheinbaren Wildblumen und Kräuter erzählen etwas vom Leben. Nehmt euch die Zeit und achtet auf ihre Bestimmung. Nehmt davon etwas mit in euren Alltag.

Verzehrt euch nicht im alltäglichen Einerlei, verzettelt euch nicht im du musst, du solltest, du könntest doch auch noch.

Sondern entfaltet einfach eure Blüten, so unscheinbar sie auch sein mögen.

Erkennt euch als Geschöpf Gottes in seinem großen Garten und das Leben als ein wunderbares Geschenk.

Amen.

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